Lastendreirad mit Staplerfunktion gewinnt Design-Competition
Eine App, die Akteure entlang der landwirtschaftlichen Lieferkette in Kenia miteinander verbindet, und ein muskelbetriebenes Lastendreirad mit integriertem Gabelstapler gehören zu den Gewinnern der Toyota Logistic Design Competition, die den Staplerhersteller in diesem Jahr nach Afrika führte.
Die ATTA-Gewinner
Für Toyota steht dabei erklärtermassen die Frage im Mittelpunkt, wie Logistiklösungen dazu beitragen können, Menschen besser mit Waren, Lebensmitteln oder medizinischer Versorgung zu erreichen. Der internationale Wettbewerb rückte damit eine Region in den Fokus, in der fragmentierte Netzwerke, begrenzte Infrastruktur sowie Fragen der Zugänglichkeit und Bezahlbarkeit besondere Anforderungen an Logistiksysteme stellen. Studierende sowie junge Absolventinnen und Absolventen aus der ganzen Welt waren eingeladen, neue Ideen für die Logistik von morgen zu entwickeln.
Kreative Logistik-Konzepte
Die Toyota Logistic Design Competition findet alle zwei Jahre statt und fordert Studierende dazu auf, innovative und kreative Konzepte für nachhaltige Lösungen logistischer Herausforderungen einzureichen. Der Wettbewerb wird in Zusammenarbeit mit Toyota Motor Europe, Toyota Europe Design Development (ED), dem Toyota Material Handling Design Center und erstmals Toyota Open Labs durchgeführt.
Der Wettbewerb 2026 umfasste vier Kategorien: Produktdesign, Digitale Plattformen, Business Innovation und eine offene Kategorie. Nach der Bewertung durch eine multidisziplinäre Jury überzeugten die ausgezeichneten Konzepte durch Originalität, Umsetzbarkeit und ihr Potenzial für eine reale Anwendung. Sie wurden im Rahmen der Milan Design Week präsentiert.
In der Kategorie Produktdesign kam das muskelbetriebene Lastendreirad mit integriertem Gabelstapler «ATTA» um Bananenernte, Transport und Verladung in Kenia effizienter zu gestalten, von Irene Ponteduro & Matteo Marinaro an der University of Bologna in Italien. Es soll Schäden an der Ware reduzieren, Abläufe verbessern und damit die Lebensgrundlage von Kleinbauern stärken.
Eine «Farm to Table» von Gichuki Harrison, Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology, Juja, Kenia, landete in der Kategorie der digitalen Plattformen auf dem Siegertreppchen: eine App, die Akteure entlang der landwirtschaftlichen Lieferkette in Kenia miteinander verbindet. Ziel ist es, Logistikprozesse transparenter und effizienter zu gestalten und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, die durch ineffiziente Abläufe entsteht. Die Kategorie war besonders stark besetzt; die finale Entscheidung fiel knapp zwischen zwei herausragenden digitalen Lösungen.
In der Kategorie Business Innovation ging der Preis an das Projekt «EveryLink» von Sihyung Kim, Kookmin University, Seoul, Südkorea - ein gemeinschaftsbasiertes Hub-and-Spoke-Liefersystem für die letzte Meile im ländlichen Afrika. Durch lokale Agenten und zentralisierte Dorf-Hubs soll das Konzept Kosten senken, die Zuverlässigkeit von Lieferungen erhöhen und den Zugang zu wichtigen Waren und Dienstleistungen verbessern.
Ganzheitliche Vision
Eine Offene Kategorie erklärte «MaternLink“ von Reva Rajgarah & Tulsi Nyati, Avantika University, Lekoda, Indien, zu Siegern und zugleich zum Gesamtsieger. Das Konzept überzeugte die Jury durch seine ganzheitliche Vision und starke gesellschaftliche Wirkung. Es handelt sich um ein Logistiksystem für die Müttergesundheit im ländlichen Nigeria. Über digitale und Offline-Tools vernetzt MaternLink Mütter, Gemeindemitarbeitende, Fahrer und Gesundheitszentren. Ziel ist es, Notfalltransporte zu verbessern, die Versorgung besser zu koordinieren und vermeidbare Todesfälle von Müttern zu reduzieren.
Neben den Gewinnern der einzelnen Kategorien würdigte die Jury zwei weitere herausragende Projekte. In der Kategorie Produktdesign erhielt «One Flow Logistics» von Kim Dongkun, Ryu Jiwoong und Seong Woojin von der Hanyang University in Seoul, Südkorea, eine besondere Erwähnung. Das Konzept überzeugte durch eine starke Vision und einen durchdachten Ansatz zur Optimierung logistischer Abläufe.
In der Kategorie Digitale Plattformen wurde «PortLink» von Bawan Ghorbani, Kaisa Almquist und Julie Hjellegjerde Martinsen von der Norwegian University of Science and Technology in Trondheim, Norwegen, besonders hervorgehoben. Die Jury würdigte die innovative und hochrelevante digitale Lösung sowie ihr Potenzial für reale Anwendungen.
Gewinner und Finalisten erhalten Zugang zu Toyotas Design- und Innovationsteams, profitieren von Branchenkontakten und können mögliche Wege zur Weiterentwicklung ihrer Konzepte ausloten. Darüber hinaus eröffnen sich potenzielle Praktikumsmöglichkeiten und Formen der Zusammenarbeit an realen Anwendungen.
Neue Phase des Wettbewerbs
Mit der Ausgabe 2026 beginnt eine neue Phase des Wettbewerbs. Toyota prüft, wie vielversprechende Projekte auch über den Wettbewerb hinaus unterstützt und in tragfähige Initiativen oder sogar Start-ups weiterentwickelt werden können. Zusätzliche Unterstützung durch Toyota Open Labs steht allen Finalisten zur Verfügung. Damit stärkt Toyota die Rolle der Plattform als Sprungbrett für konkrete Lösungen, die nicht nur auf dem Papier überzeugen, sondern reale logistische Herausforderungen adressieren.